Dämmschaum

Dämmschaum ist ein Produkt, welches sich speziell für die Kerndämmung von zweischaligem Mauerwerk eignet. Hergestellt wird es aus zwei Komponenten direkt auf der Baustelle, auf welcher es verwendet wird – daher spricht man bei diesem Verfahren auch von der sogenannten Ortschaum-Technologie. Diese Vor-Ort-Produktion des benötigten Materials ist im Bauwesen nicht ungewöhnlich; beispielsweise gibt es diese Vorgehensweise auch bei der Herstellung von Beton.

Dämmschaum

Dämmschaum

Bei den Dämmarbeiten mit Schaum ist also ein ausgefeiltes Equipment erforderlich, das in der Regel im Montagefahrzeug oder auch extern in einem Anhänger mitgeführt wird. Herzstück bei der Schaumkerndämmung ist die Maschine, das Schaumpumpenaggregat, welches über einen Elektromotor betrieben wird. Die mit feinst regulierbaren Druckreglern bestückte Pumpentechnik befördert die beiden Komponenten aus den Tanks, worauf die Maschine direkt positioniert ist. Es kommen IBCs (Intermediate Bulk Container) zum Einsatz, die in der Industrie vielfach Verwendung finden: Bei Lebensmitteln, Pharmazeutika, Chemieartikeln, Kosmetika oder eben bei der Produktion von Dämmschaum.

Verarbeitet werden die Komponenten Kunstharz und Schaumlösung, welche in flüssiger Form vorliegen. Durch die Technik werden sie zusammengeführt: Es entsteht ein halbfester Dämmschaum mit der Konsistenz eines Rasierschaums oder einer Tortensahne, der in das zu dämmende Mauerwerk eingearbeitet werden kann.

 

Die Dämmarbeiten

Zur Vorbereitung der Ausführung werden kleine Löcher in das Außenmauerwerk gebohrt, bei unverputzten Vormauerschalen aus Verblendern, Klinkern oder Vollsteinen beispielsweise in die T-Fugen hinein. Bei entkernten Häusern, die ohnehin komplett umgebaut und neu tapeziert oder gestrichen werden sollen, ist auch eine Verarbeitung von innen denkbar. Da der Dämmschaum äußerst fließfähig ist, genügen recht kleine Bohrlochdurchmesser von 12 – 16 mm. Das Setzen großer Löcher oder die Entnahme von Kopfsteinen ist nicht erforderlich.

Kerndämmung Dämmschaum

Zur Kerndämmung mit Dämmschaum sind nur Bohrungen von geringem Durchmesser erforderlich.

Nun beginnt die eigentliche Hauptarbeit: Der Einschäumvorgang. Mit leichtem Druck wird der Schaum in die Hohlschicht des Hauses eingelassen: Durch seine flüssige Konsistenz umschließt er Rückstände und Unebenheiten im Mauerwerk, so daß eine vollflächige Kerndämmung erreicht wird. Die Verarbeitung erfolgt in der Regel von unten nach oben. Die Komponente der Schaumlösung enthält einen sogenannten Härtungskatalysator, welcher das Material aushärten läßt. So wird es zunächst abrissfest und festigt sich danach zu einer Dämmplatte.

Im Anschluß an die Einschäumung werden die gesetzten Bohrlöcher mit Fugenmaterial verschlossen.

Ortschaum

Der Ortschaum für das zweischalige Mauerwerk bietet viele Vorteile.

Die Vorteile von Dämmschaum im Überblick.

  • Der formstabile Schaum dämmt vollflächig und erlaubt auch im Nachhinein das Auswechseln von Fenstern und Türen ohne dabei herauszurieseln.
  • Dämmschaum klebt nicht und expandiert während des Einbringens nicht. Er ist damit nicht mit Montageschaum vergleichbar.
  • Durch die Feinporigkeit des Materials wird ein optimaler Wärmedämmwert erreicht: Es beinhaltet ruhende Luft.
  • Eine Schaumkerndämmung ist atmungsaktiv und dampfdiffusionsoffen.
  • Das Haus wird perfekt gegen Kälte und Hitze geschützt. Das Wohnklima verbessert sich: Im Winter bleibt es länger warm, im Sommer länger kühl im Haus.

Die Investition in die bewährte Ortschaum-Technologie steigert den Wert der gedämmten Immobilie und leistet zudem einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz.

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